COSYCONET-Bevölkerungsstudie

COPD und Begleiterkrankungen: Neue Erkenntnisse zum Langzeitverlauf

14. Jan 2019

Die Kohortenstudie COSYCONET untersucht, wie Lungengesundheit, Begleiterkrankungen und systemische Entzündung bei Patienten mit Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) zusammenhängen. Jetzt hat das Deutsche Zentrum für Lungenforschung (DZL) die zahlreichen Erkenntnisse, die 2018 aus der Studie gewonnen wurden, zusammengetragen.

COPD-Langzeitstudie - Bild zeigt Schriftzug "COPD"

© tashatuvango - Fotolia.com

Im Rahmen der COSYCONET -Studie (“German COPD and SYstemic consequences-COmorbidities NETwork”) nehmen seit 2010 knapp 3.000 Menschen mit unterschiedlich weit fortgeschrittener COPD an regelmäßigen Untersuchungen teil. Ziel ist es, den Langzeitverlauf der Erkrankung zu verstehen. Ergebnisse aus den ersten Untersuchungszeitpunkten wurden bereits mehrfach in wissenschaftlichen Fachzeitschriften veröffentlicht.  2018 wurden unter anderem folgende Erkenntnisse aus COSYCONET gewonnen:

COPD und Herz-Kreislauferkrankungen: Herz-Kreislauf-Beschwerden, die oft zusammen mit COPD beobachtet werden, treten in vielen Fällen nicht unabhängig von der COPD auf. Nach Ansicht der Forschenden könnten sie wahrscheinlich sogar gelindert werden, wenn die Atemwegsverengung und Überblähung der Lunge erfolgreich behandelt werden. Die Arbeitsgruppe fand in weiteren Untersuchungen auch heraus, dass die COPD möglicherweise zu einer Überbeanspruchung der linken Herzkammerwand führt. Daher rät sie dazu, das Herz-Kreislauf-System von COPD-Betroffenen regelmäßig vorbeugend zu untersuchen.

COPD und Begleiterkrankungen: COPD-Patienten über 65 Jahre nehmen durchschnittlich fünf verschiedene Medikamente ein, wobei sich drei davon nicht gegen Lungenerkrankungen richten. Bei zehn Prozent der Patienten kann es dabei laut Studienergebnissen zu ungünstigen Wechselwirkungen der Medikamente untereinander kommen. Angesichts der Anzahl unterschiedlicher Präparate, die die Betroffenen einnehmen, halten die Forschenden diesen Anteil allerdings für gering.

Behandlung folgt oft nicht den Empfehlungen der COPD-Leitlinien

In einer weiteren Studie stellten Forschende die Frage, mit welchen Medikamenten COPD-Patienten behandelt werden und ob dies mit den Empfehlungen der COPD-Leitlinien übereinstimmt. Ihr überraschendes Ergebnis: Zum Teil gab es starke Abweichungen, gerade auch bei der Behandlung von Exazerbationen (akute Verschlechterung der Krankheit). Eine solche, nicht leitlinien-gerechte Behandlung könne dazu führen, dass die Therapie nicht richtig anschlägt oder es zu vermeidbaren Nebenwirkungen kommt.

Den ausführlichen Bericht zu den COSYCONET-Ergebnissen 2018 finden Sie hier beim Deutschen Zentrum für Lungenforschung: COPD und ihre Begleiterkrankungen: Neue Erkenntnisse durch die COSYCONET-Kohortenstudie

Quelle:

Deutsches Zentrum für Lungenforschung: COPD und ihre Begleiterkrankungen: Neue Erkenntnisse durch die COSYCONET-Kohortenstudie. Pressemitteilung vom 7. Januar 2019


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