COPD: fünf Fragen erleichtern Diagnose

22. Okt 2015

Ein einfacher Fragebogen mit fünf Fragen kann helfen, COPD Patienten zu diagnostizieren, bevor schwere Krankheitsschübe auftreten. Ein neues Instrument zur frühen COPD-Diagnose wurde auf dem diesjährigen internationalen Kongress der European Respiratory Society vorgestellt.

COPD: fünf Fragen erleichtern Diagnose

Bild: S. Hofschlaeger / pixelio.de

Häufig wird eine chronisch obstruktive Lungenerkrankung (COPD) erst dann festgestellt, wenn die Patienten akute Verschlechterungen ihrer Symptome (Exazerbationen) erleiden und bereits schwere Einbußen in ihrer Lungenfunktion hinnehmen mussten.
Ziel der amerikanischen Forschergruppe war es, ein möglichst einfaches Instrument zu entwickeln, welches Ärzten hilft, betroffene Patienten früher zu erkennen.

186 Menschen mit klinisch signifikanter COPD und 160 Menschen mit einer nur milden Form der Erkrankung oder ohne COPD wurden in einer Studie gebeten, einen umfassenden Fragebogen auszufüllen. Parallel dazu wurden Lungenfunktionstests durchgeführt.

In der Auswertung versuchten die Wissenschaftler, aus dem Gesamt-Fragebogen eine Auswahl weniger Fragen herauszukristallisieren, welche geeignet ist, die COPD-Patienten möglichst akkurat von den Gesunden abzugrenzen.  Das Ergebnis sind fünf einfache Fragen, die mit ja oder nein zu beantworten sind. Sie umfassen Themen wie die Schadstoffbelastung am Arbeitsplatz, die Häufigkeit von Atemwegsinfekten und Lungenentzündungen sowie das Auftreten von Ermüdungserscheinungen. Rauchen, Husten oder Auswurf, die bisher immer im Focus ähnlicher Fragebögen standen, werden hier vernachlässigt. Ergebnisse einer Peak-Flow-Messung unterstützen die Diagnostik.  

Ärzte und Patienten könnten in der Zukunft von dem neuen Instrument profitieren, da COPD früher diagnostiziert werden kann und sich das persönliche Risiko für Exazerbationen besser einschätzen lässt, so hoffen die Wissenschaftler.

Derzeit befindet sich diese Screening-Methode jedoch noch im Entwicklungsstadium. Bevor der Fragebogen im klinischen Alltag einsetzbar sein wird, wird die Verlässlichkeit des Fragebogens bei verschiedenen Personengruppen noch ausführlich geprüft.

Frei übersetzt aus dem Englischen lauteten die auf dem ERS-Kongress präsentierten Test-Fragen folgendermaßen:

  1. Waren Sie jemals am Arbeitsplatz oder am Wohnort verschmutzter Luft, Zigaretten-Rauch, Passivrauchen oder Staub ausgesetzt?  ja/nein
  2. Verändert sich Ihre Atmung mit den Jahreszeiten, dem Wetter oder der Luftqualität? ja/nein
  3. Erschwert Ihnen Ihre Atmung Tätigkeiten wie das Tragen schwerer Lasten, Kehren oder Schnee Schaufeln, Joggen, Tennisspielen oder Schwimmen? ja/nein
  4. Wenn Sie sich mit Menschen im gleichen Alter vergleichen: ermüden Sie schnell? ja/nein
  5. Wie häufig mussten Sie in den vergangenen 12 Monaten der Arbeit/der Schule/anderen Aktivitäten fernbleiben aufgrund einer Erkältung, einer Bronchitis oder einer Lungenentzündung? 0 Mal/1 Mal/2 Mal oder häufiger

Auswertung: "Wenn Sie zwei oder mehr Fragen mit „Ja“ beantwortet haben, sprechen Sie mit Ihrem Arzt über Ihre Atmung. Lassen Sie, wenn möglich, eine Peak-Flow-Messung durchführen. Eventuell leiden Sie unter behandlungsbedürftigen Atembeschwerden."

 

Quelle:

ERS International Congress 2015: Novel tool can identify COPD. Pressemitteilung, 29.09.2015 (letzter Abruf: 22.10.2015)

University of Kentucky, College of public health: Public Health Researcher Develops Innovative Tool to Quicken COPD Diagnosis. Press Release, 02.10.2015

Weitere Informationen: 

Krankheiten: COPD
Trotz fehlender Beschwerden: Viele Raucher lungenkrank
Zwei Wege der COPD-Entstehung



 

 


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