COPD-Medikamente

COPD: Erhöht Cortison-Spray das Diabetes- und Osteoporose-Risiko?

09. Dez 2019

Eine große Studie mit Daten von fast 38.000 Personen mit COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) deutet darauf hin, dass die Verwendung von Cortison-Spray das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöhen könnte. Höhere Cortison-Dosen hatten sogar noch weitreichendere Auswirkungen.

verschiedene Inhalatoren.

Könnte Cortison-Spray das Risiko für Typ-2-Diabetes bei Menschen mit COPD erhöhen? © UMA - Fotolia.com

In der Kohortenstudie nutzen die Forschenden die Daten von COPD-Patienten aus zwei großen britischen Datenbanken, die die Gesundheitsdaten der Teilnehmenden von 1983 bis 2016 enthielten. Alle Patientinnen und Patienten waren mindestens 40 Jahre alt und begannen zwischen 1990 und 2015 entweder eine Therapie mit Cortison-Spray oder mit einem langwirksamen Bronchodilatator. Die mittlere Nachbeobachtungszeit betrug 3,7 bis 5,6 Jahre.

Nach Auswertung aller Daten zeigte sich, dass Personen, die mit inhalativem Cortison (ICS) behandelt wurden, ein um etwa 27 Prozent höheres Risiko hatten an Typ-2-Diabetes zu erkranken, gegenüber Personen, die langwirksame Bronchodilatatoren benutzten. Das Ergebnis war statistisch signifikant. Einen Einfluss auf das Voranschreiten des Diabetes oder auf das Osteoporose-Risiko hatte die ICS-Therapie nicht.

„Inhalatives Cortison nur, wenn es empfohlen und dringend nötig ist.“

Allerdings zeigte sich eine Dosis-Wirkungsbeziehung für alle drei untersuchten Faktoren. Inhalierten die Patienten täglich 500 Mikrogramm Cortison oder mehr, war ihr Risiko sowohl für eine Typ-2-Diabetes-Erkrankung als auch für das Voranschreiten des Diabetes und für Osteoporose statistisch eindeutig erhöht, verglichen mit der Einnahme von weniger als 250 Mikrogramm pro Tag. 

Die Ergebnisse verdeutlichen, wie wichtig es ist, die COPD-Therapie sorgfältig auszuwählen und inhalatives Cortison nur dann einzusetzen, wenn es laut Empfehlungen nötig ist, betonen die Forschenden. Und dann auch nur in möglichst geringen Dosen.

Laut Leitlinien wird Cortison-Spray nur für Patienten mit höheren COPD-Schweregraden empfohlen, bei denen trotz Behandlung mit langwirksamen Bronchodilatatoren gehäuft akute Verschlechterungsereignisse (Exazerbationen) auftreten. In den leichteren Schweregraden oder bei Patienten ohne aufgetretene Exazerbationen sollte Cortison-Spray nicht eingesetzt werden.

Quelle:

Proce, D. B. et al.: Inhaled corticosteroids in COPD and onset of type 2 diabetes and osteoporosis: matched cohort study. In: npj Primary Care Respiratory Medicine, 2019, Vol. 29, Article number: 38 


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