Nutzen von Lungenvolumenreduktion und Coils

04. Sep 2014

Patienten mit schwerem Lungenemphysem könnten von einer endoskopischen Lungenvolumenreduktion (LVR) mit implantierten Spiralen (Coils) profitieren, und dies auch noch ein Jahr nach der Behandlung. Erste Ergebnisse aus der bislang größten europaweiten klinischen Studie bestätigen nun die Durchführbarkeit und Wirksamkeit dieser Therapieform. An der Multizenterstudie sind auch das Thoraxklinikum Heidelberg und die Asklepios Fachkliniken Gauting, beide Partner im Deutschen Zentrum für Lungenforschung, beteiligt. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Thorax veröffentlicht.

RePneu LVR Coils (© PneumRx, GmbH)

RePneu LVR Coils (© PneumRx, GmbH)

Bei Patienten, die aufgrund einer COPD oder anderen chronischen Lungenerkrankung unter einem schweren Lungenemphysem leiden, werden die Lungenbläschen zunehmend zerstört und die Lunge überbläht. Seit etwa zehn Jahren kann einem Teil dieser Patienten mittels endoskopischer Verfahren zur Lungenvolumenreduktion (LVR) geholfen werden. Seit 2010 kommen dabei in Lungenfachkliniken auch Drahtspiralen, sogenannte Coils, zum Einsatz, die in das geschädigte Lungengewebe implantiert werden. Sie sollen die Atemnot lindern und das Fortschreiten der Erkrankung verlangsamen - auch bei Patienten, denen eine LVR bislang nicht helfen konnte. 

An der Studie nahmen insgesamt 60 Patienten im Alter von durchschnittlich 61 Jahren teil. Sie erhielten eine endoskopische Lungenvolumenreduzierung, dabei wurden ihnen jeweils im Schnitt 10 Coils pro Lungenflügel implantiert. Der Gesundheitszustand der Patienten verbesserte sich durch die Behandlung deutlich. Selbst ein Jahr nach der Behandlung profitierten sie noch von dem minimal-invasiven Eingriff und der positiven Wirkung der implantierten Drahtspiralen. Als Maß für den Behandlungserfolg dienten sowohl  Befragungen der Patienten mit einem standardisierten Fragebogen, als auch Lungenfunktionswerte (FEV1 und RV) sowie Ergebnisse des Sechs-Minuten-Gehtests.

Das Prinzip der Coils ist einfach: Die implantierten Drahtspiralen raffen das kranke Lungengewebe zusammen und schaffen damit mehr Raum für weniger krankes Gewebe in der Nachbarschaft. So entsteht mehr Platz für die Atemfunktion, die natürliche Elastizität der Lunge verbessert sich, die Lunge kann sich beim Atemvorgang besser dehnen und zusammenziehen. In der Folge lindert dies die Atemnot der Patienten.

Der besondere Vorteil der Coils liegt darin, dass nun auch Patienten behandelt werden können, denen bisher nicht geholfen werden konnte, weil bei ihnen eine Wiederbelüftung des Lungenareals, eine sogenannte kollaterale Ventilation, vorlag.

Weitere Studien sollen nun abklären, ob das Verfahren auch auf lange Sicht von Nutzen ist.

Quelle:

Deslee, G. et al.: Lung volume reduction coil treatment for patients with severe emphysema: a European multicentre trial. – Thorax online 2. Juni  2014, doi: 10.1136/thoraxjnl-2014-205221 

Informationen zur Thoraxklinik Heidelberg 

Informationen zu den Asklepios Fachkliniken München-Gauting


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