Größeres Spenderorgan verbessert Überleben nach Lungentransplantation

21. Okt 2013

Patienten, die eine größere Spenderlunge erhalten als die eigene, könnten bessere Überlebenschancen haben. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Johns Hopkins University, die kürzlich im Fachmagazin `The Annals of Thoracic Surgery` veröffentlicht wurde.

Lunge

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In der Transplantationsmedizin geht man bisher davon aus, dass die Größe von Empfänger- und Spenderlungen einigermaßen übereinstimmen sollte. Abweichungen zwischen zehn und 20 Prozent sind im Einzelfall akzeptabel. Neueste Forschungsergebnisse deuten jedoch darauf hin, dass sich größere Lungen als vorteilhaft erweisen könnten.

Im Zeitraum zwischen 2005 bis 2007 werteten die US-Forscher die Daten von 2477 Patienten mit einseitiger und 4520 Patienten mit beidseitiger Lungentransplantation aus. Letztere zeigten einen deutlichen Überlebensvorteil durch die Transplantation einer mutmaßlich zu großen Lunge. So verringerte eine Größenabweichung von zehn Prozent nach oben die Sterblichkeit ein Jahr nach der Lungentransplantation um sieben Prozent. Bei Patienten, die eine um 30 Prozent größere Spenderlunge erhielten, stieg die Überlebensrate sogar um 30 Prozent.

Die neuen Forschungsergebnisse sprechen für eine stärkere Berücksichtigung der Größe des Transplantats bei der Vergabe von Spenderlungen. Zudem hätten Kinder bessere Chancen auf eine Spenderlunge, da sich der Kreis potentieller Spender erweitern würde.

Die Forscher warnen jedoch auch davor, eine allzu große Lunge zu transplantieren. Überschreitet die Lunge eine gewisse Größe, lässt sich der Brustkorb nicht mehr richtig schließen. Die Lunge könnte zusammengepresst werden oder auf das Herz drücken und zu Komplikationen führen.

 

Quellen:
Ärzteblatt online: Lungentransplantation: Große Spenderlunge verbessert das Überleben -- Pressemitteilung vom 16. 08.2013

Eberlein, M. et al.: Lung Size Mismatch and Survival After Single and Bilateral Lung Transplantation. In: The Annals of Thoracic Surgery, 2013; 96 (2): 457 DOI: 10.1016/j.athoracsur.2013.04.064


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