Wie hört man auf zu Rauchen?

Es gibt genügend gute Gründe mit dem Rauchen aufzuhören. Vielen Rauchern stellt sich deswegen nicht die Frage nach dem "Warum", sondern nach dem "Wie".
Das "Wie" lässt sich in der Theorie konkret formulieren:

1.    Die Entscheidung treffen: Ich will aufhören!
2.    Ein konkretes Datum setzen und eine Methode der Entwöhnung wählen.
3.    Mit den Entzugserscheinungen zurechtkommen.
4.    Nichtraucher bleiben.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat konkrete Hilfen für diese Schritte zusammen gestellt, die unter www.rauchfrei-info.de zu finden sind.

GUT ZU WISSEN:

Vielen Rauchern fällt es leichter, sich zu einem Rauchstopp zu entschließen, wenn der Arzt sie auf die Notwendigkeit und die Vorteile eines Rauchstopps aufmerksam macht.

Von alleine aufhören

"Jetzt höre ich auf!" – am Anfang steht der Entschluss. Und tatsächlich ist die am häufigsten praktizierte Methode, "von heute auf morgen" dem Zigarettenkonsum zu entsagen und sich daran zu halten. Dieses Vorgehen ist außerdem sehr erfolgversprechend. Bis zu 75 Prozent der Raucher, so haben australischen Wissenschaftler 2010 bei einem Vergleich von 511 Studien ermittelt, schaffen es, alleine aufzuhören. Damit ist die Erfolgsquote spontaner Aufhörversuche höher, als die von geplanten Rauchstopps.

Selbsthilfegruppen und Internetportale wie zum Beispiel www.ohnerauchen.de oder www.rauchfrei-portal.de geben angehenden Nichtrauchern die Möglichkeit, mit Gleichgesinnten Kontakt auf zu nehmen und sich über die verschiedenen Methoden auszutauschen. Wer konkrete Tipps zur Vorbereitung und Durchführung des Rauchstopps braucht, kann sich auch beim Rauchertelefon des Deutschen Krebsforschungszentrums beraten lassen.

Nichtraucherseminare

Für Menschen, die sich fachlich begleiten lassen möchten, gibt es ein vielfältiges Angebot an Nichtraucherseminaren und Beratungsstellen. Eine Übersicht bundesweiter Anbieter von Raucherberatung haben das Deutsche Krebsforschungszentrum der Helmholtz-Gemeinschaft und die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zusammengestellt.

Meist wird in sechs bis zehn Gruppen- oder Einzelsitzungen gemeinsam der Weg zum Rauchstopp begangen. Themen wie Selbstbeobachtung, Situations- und Reizkontrolle oder Rückfallprävention werden dabei behandelt. Studien zeigen, dass ein solch verhaltenstherapeutischer Ansatz die Rückfallquote vermindern kann.

GUT ZU WISSEN:

Nikotin wirkt appetitzügelnd - Gewichtszunahme ist deshalb eine Begleiterscheinung, die bei 80 Prozent der Nikotinentsagenden auftritt. Nikotinkaugummi oder gesteigerte körperliche Bewegung kann die Zunahme allerdings vermindern.

Hilfsmittel gegen Entzugserscheinungen

Drei bis vier Tage nach dem Rauchstopp ist kein Nikotin mehr im Körper nachweisbar. Das ist die Zeit, in der die angehenden Nichtraucher am meisten unter dem körperlichen Entzug zu leiden haben. Die Symptome halten allerdings meist nur relativ kurz, vier bis acht Wochen, an. Deswegen gibt es die Möglichkeit die Folgen des Entzugs durch Nikotinpflaster und -kaugummis abzumildern.

Wie wirksam diese Hilfsmittel sind, darüber gibt es sehr unterschiedliche Untersuchungen. Laut einem Studienvergleich von 2010 besagen Studien, die von der Industrie finanziert wurden, dass bis zu 51 Prozent der Raucher dank der Unterstützung von Nikotinersatzstoffen erfolgreich entwöhnt wurden. Unabhängige Studien kamen hier lediglich auf circa 22 Prozent. Aber auch dieser reduzierte Prozentsatz zeigt, dass Nikotinersatzstoffe die Erfolgsaussichten für einen Entzug erhöhen können.

Medikamente zum Aufhören

Verschiedene Wirkstoffe wie z.B. Vareniclin oder Bupropion sollen, ähnlich den Nikotinersatzstoffen, helfen, die Entzugserscheinungen bei der Tabakentwöhnung zu mindern. Allerdings ist die Bewertung möglicher Nebenwirkungen (z.B. Depressionen, Selbstmordgedanken, etc.) sehr kontrovers. Laut der Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin gibt es bisher allerdings nur belastbare Studien für Bupropion. Dessen Wirkung wird allgemein ähnlich der Nikotinersatztherapie mit Nikotinkaugummis und –pflastern eingeschätzt.

Akupunktur, Hypnose und Co.

Die unterstützende Wirkung von Akupunktur, Hypnose, progressiver Muskelentspannung und Autogenem Training für die Tabakentwöhnung ist in Studien nicht nachgewiesen. Subjektiv können sie sich aber positiv auswirken. Es gibt Hinweise, aber noch keine gesicherten Studien, dass Sport einen positiven, unterstützenden Effekt auf die Tabakentwöhnung haben kann.

 

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Chapmann, S. and MacKenzie, R. : The Global Research Neglect of Unassisted Smoking Cessation: Causes and Consequences. PLoS Med. (2010), 7(2)
  • BZgA: Band 2: Raucherentwöhnung in Deutschland (2000)
  • Patienten-Leitlinie der DGP: Tabakentwöhnung bei COPD; 2009
  • Hughes, JR et. al.: Antidepressants for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2007, Issue 1. Art. No.: CD000031
  • White AR, et al.: Acupuncture and related interventions for smoking cessation. Cochrane Database of Systematic Reviews 2011, Issue 1. Art. No.: CD000009
  • Tabakatlas Deutschland, 2009, DKFZ

Letzte Aktualisierung:

01.02.2011

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