Forschungsansätze

Akute Erkrankungen der unteren Atemwege wie die Lungenentzündung, die akute Lungenschädigung und das akute Lungenversagen stellen weltweit zunehmend ein Gesundheitsproblem dar. Sie sind nach wie vor mit einer relativ hohen Sterblichkeit verbunden. Viele Erreger sind bereits resistent, weitere sind kurz davor, was die Behandlung schwierig macht. Deshalb ist es sehr wichtig, neue Therapieansätze für diese Krankheiten zu entwickeln. Im Projekt „CAREPNEUMO“ stehen Fragestellungen rund um die Lungenentzündung im Vordergrund.

Das neue Deutsche Zentrum für Lungenforschung wird in den nächsten fünf Jahren verstärkt die akute Lungenschädigung ALI und das akute Lungenversagen ARDS erforschen. Projekte werden Fragestellungen nachgehen wie:

  • Wie arbeitet das angeborene Immunsystem nach dem Eindringen von Pathogenen in die unteren Atemwege? Wie lassen sich entstehende Lungenschäden möglichst begrenzen?
  • Die Lunge hat ein großes Regenerationspotential. Welche Gene, Genprodukte und zellulären Wechselwirkungen sind an der Regeneration des Lungengewebes nach vorheriger Schädigung beteiligt? Welche Rolle spielen die Lipidmediatoren Resolvin E1 und Protectin D1 bei den Reparaturprozessen des Lungengewebes nach einer Infektion?
  • Welche anti-entzündlichen und die Regeneration fördernden Fähigkeiten haben mesenchymale, aus dem embryonalen Bindegewebe stammende Stammzellen? Untersuchungen erfolgen im Tiermodell und an Modellen der menschlichen Lunge.
  • Inwieweit lassen sich derzeit bestehende Impfstrategien verbessern?


Akutes Lungenversagen wird intensivmedizinisch behandelt, indem die Patienten maschinell beatmet werden sowie entlastende und unterstützende Medikamente erhalten. Die Forschung geht dabei auch der Frage nach, inwieweit Surfactant zur Behandlung von akutem Lungenversagen von Nutzen ist. Seit einiger Zeit setzt man ein gentechnisch hergestelltes Surfactant-Präparat ein, da die körpereigene Produktion bei akutem Lungenversagen stark beeinträchtigt ist. Studien hatten gezeigt, dass die Gabe eines Surfactant-Präparats die Sterblichkeit von Patienten mit akutem Lungenversagen senken könnte. Das Surfactant verbessert angeblich den Gasaustausch an den Lungenbläschen. Eine neuere multizentrische Studie mit 843 Patienten konnte dies allerdings nicht bestätigen.

Inwieweit eine anders hergestellte Surfactant-Lösung den Patienten oder einzelnen Patientengruppen hilft, muss in weiteren Studien überprüft werden.

 

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Informationen zum Inhalt

Quellen:

  • Spragg G. et al.: Recombinant Surfactant Protein C Based Surfactant for Patients with Severe Direct Lung Injury; Am J Respir Crit Care Med. 2011,15;183(8):1055-61

Letzte Aktualisierung:

21.11.2011

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